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Spielwiese für Nachdenkliche:
Nachgefragt ... Nachgehakt ...

Ausführliches zu Spielwiese für Nachdenkliche

Medien


Zitat


Die historisch zu beobachtende Abhängigkeit der Lern- und Gedächtnistheorien von den vorherrschenden Medien (Gehirn jeweils als Wachstafel, als Bilderlager, als Kartenraum, als Datenverarbeitungsanlage vorstellt) zeigt, daß Medien als Modelle für das Gehirn und seine Funktionen dienen. Zugleich sind sie aber auch deren reale Abbilder.
Die pädagogische Steurerung des Aufbaus der Inhalte und speziellen Funktionen des Nervensystems bedarf nämlich zur Kontrolle und Bewußtmachung dieser Vorgänge ihrer Veräußerung. (S.12)


Meinung


Das war 1972. Heutzutage haben wir bildgebende Verfahren der Computertomografie, mit denen gezeigt werden kann, wo die Aktivität der Gebärdensprache im Gehirn stattfindet.

Im weiteren Text wird Sprache als Medium für effektive Denkvorgänge aufgefasst, die an sich nicht verbal sind. Nach Piaget setzt der Sprachgebrauch formal proportionales Denken voraus. Um also Symbolsysteme dem Denken adäquat gebrauchen zu können, muss ein bestimmtes individuelles und kollektives Entwicklungsstadium vorliegen.
In meinen Worten des semantischen Gebrauchs setzt dieser zum Beispiel Objektkonstanz der Informationsträger voraus. Die Objektkonstanz kann nicht anhand des semantischen Gebrauches selbst erlernt werden. D.h., Sprache kann nicht Denken lehren, sondern setzt vorsprachliches Denken voraus. Dies legt auch die Metapherntheorie zugrunde.
Allerdings ist die Metapher selbst auch ein sprachliches Phänomen. Die Metapher kann also Denken unterstützen, ist aber selbst nicht Voraussetzung für Denken.

Zitat


Das geniale Konstrukt J.Piagets schlägt vor, unsere Handlungen selbst als das ursprüngliche Medium der zu formalisierenden Operationen anzusehen und die formalen Operationen als nichts anderes als die verinnerlichten Strukturen dieser Handlungen.(S.13)


Meinung


Daher ist Wissenschaft nicht als Annäherung an die Realität, sondern als Produzent erfolgreicher Voraussagen und Handlungsanweisungen aufzufassen.



Literatur :
Denkprozesse ohne Sprache - Hans G. Furth - Düsseldorf 1972